Vorsicht vor Erbschaftsbetrug: Angebliche Lebensversicherung in Kanada – ein aktueller Betrugsversuch

In den vergangenen Tagen habe ich ein Fax erhalten, das angeblich von einer kanadischen Kanzlei stammte. Inhalt: Eine hohe Lebensversicherung eines „Klaus Stickeler“, der vor fünf Jahren in Kanada verstorben sei. Man habe mich als möglichen Anspruchsberechtigten ermittelt – und bot mir die Auszahlung von über 11 Millionen US-Dollar an. Die Aufteilung? 45 % für mich, 45 % für den Anwalt, 10 % für wohltätige Zwecke. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es auch.

Nach meiner Rückfrage kam eine Antwort, inklusive „Sterbeurkunde“ und „Anwaltslizenz“. Beide Dokumente sind mutmaßlich gefälscht. Die Sprache, der Aufbau, die Verwendung echter Namen und Adressen – alles deutet auf einen perfiden Erbschaftsbetrug hin. Ziel solcher Maschen ist es, persönliche Daten zu erlangen und nach und nach „Bearbeitungsgebühren“ zu verlangen. Das Geld ist dann weg – und von der Erbschaft fehlt jede Spur.

Was können Sie tun, wenn Sie ein solches Schreiben erhalten?

  • Niemals antworten
  • Keine Daten preisgeben
  • Dokumente sichern
  • Anzeige bei der Polizei oder dem BSI erstatten

Ich habe Anzeige erstattet – und möchte mit diesem Beitrag sensibilisieren: Betrüger werden immer geschickter. Wachsamkeit ist der beste Schutz.

Karsten Stickeler, Rechtsanwalt

4 Kommentare zu „Vorsicht vor Erbschaftsbetrug: Angebliche Lebensversicherung in Kanada – ein aktueller Betrugsversuch“

  1. Avatar von Holger Langbein
    Holger Langbein

    Auch ich erhielt am 09.02.2026 ein beinahe gleichlautendes Fax mit dem Angebot eines angeblichen Rechtsanwalts Webster James aus Thunder Bay, Kanada.
    Ich täuschte Interesse vor und bat um nähere Infos und erhielt eine Mail mit einem konkreten Angebot. Auch hier ging es um einen verstorbenen „Klaus“ mit meinem Nachnamen. Und ebenfalls identisch ist die Aufteilung des Erbes (11,8 Mio US-Dollar) „45 % + 45 % + 10% für wohltätige Zwecke“. Bei der Suche nach dem Namen des angeblichen Anwalts stieß ich auf eine ansprechend gestaltete Website. Beim Klicken in die einzelnen Unterpunkte fällt allerdings eine überraschend abfallende Qualität und Aussagekraft auf, sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Die angeblich im Mail-Anhang übersandte Sterbeurkunde fehlte völlig, die Anwaltslizenz sowie Passport kann ich nicht verifizieren.
    MfG Holger Langbein

    1. Avatar von Admin
      Admin

      Man kann nur vor solchen E-Mails warnen und keinesfalls mit denen in Kontakt treten. Wir hatten Strafanzeige erstattet, aber ein Täter konnte nicht ermittelt werden.

  2. Avatar von Michaell Neiss
    Michaell Neiss

    Ich hatte ebenfalls ein Telefax mit einer „Lebensversicherung“ eines an Corona verstorbenen „Mandanten!“ dieser Kenzlei James Webster Professionals Corp. erhalten. Hatte bereits mehrfach Erfahrungen in solchen Dingen gesammelt, aber trotzdem mal schauen wollen, was tatsächlich passiert. Könnte ja die Stecknadel im Heuhaufen sein.

    Der „Anwalt“ nannte mir Bank und Ansprechpartner, ich nahme dann mit dieser Kontakt auf (Heritage Credit Union, Kanada) und auch mit dem dortigen, konkreten Ansprechpartner. Die Website der Bank stimmte mit den Angaben des „Anwalts“ überein. Die Korrespondenz mit der Bamk war auch authentisch, lediglich der mir zugeschickte Kontoauszug stellte sich bei der Prüfung als PDF (mit frei beschreibarem Textfeld) heraus.

    Was auch auffiel, war, ass der Name des angeblichen Erblassers im vorerwöähntem, beschreibbares Feld stand. Ich habe dann dem angeblichen Anwalt James angeboten, die Gebühr zu teilen, um zu prüfen, wie er reagiert. Was er auczh machte, err hat seinen Teil bezahlt, nachgewiesen mit einem Kontoauiszug aus dem Konto seinre Frau und der Zahlungseingang bestätigt vom Ansprechpartner der Heritage Credit Union. Habe dem „Anwalt“ dann mitgeteilt, er solle die komplette Gebühr bezahlen und dass ich erst wieder tätig werde, wenn das angebliche Guthaben bei mir eingeht.

    Seither keinen Kontakt mehr.

    Eine Verifizierung der angegebenen Bank, bei der das Guthaben liegen soll, verlief positiv. Aber die Domaine könnte gehackt sein….

    Anzeigen von Tätern, die im Ausland sitzen, verlaufen oft im Sand. Leider früher bei ähnlichen „Angeboten“ schon erfahren.

    1. Avatar von Admin
      Admin

      Unsere Strafanzeige war ebenfalls im Sande verlaufen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert